Vitamine und Ernährung

Die wichtigsten Vitamine für Frauen: was ab 40 und ab 50 anders ist

Folat mit 28, Eisen mit 35, Calcium mit 55: der Nährstoffbedarf von Frauen verschiebt sich mit jeder Lebensphase. Welche Vitamine und Mineralstoffe wann zählen, mit Referenzwerten, Studienzahlen und einer Tabelle zum Ausdrucken.

Die wichtigsten Vitamine für Frauen: was ab 40 und ab 50 anders ist

Die wichtigsten Vitamine für Frauen sind je nach Lebensphase verschieden: vor der Menopause Folat, Eisen und Vitamin D, ab 40 zusätzlich Magnesium und ab 50 Calcium und Vitamin B12. Streng genommen sind Eisen, Magnesium und Calcium Mineralstoffe, im Alltag landen sie aber in derselben Frage, deshalb gehören sie in diesen Text.

Dass Frauen hier genauer hinschauen sollten als Männer, ist gemessen. In einer repräsentativen Erhebung hatten 37 % der Frauen ein Risiko für mindestens einen Vitaminmangel, in der Gesamtbevölkerung waren es 31 %. Am häufigsten betroffen waren Frauen zwischen 19 und 50 Jahren mit 41 % sowie Schwangere und Stillende mit 47 % (n = 15 030, Bird 2017). Ein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt keine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und keine gesunde Lebensweise, es schließt eine konkrete Lücke. Welche das in Ihrer Lebensphase ist, lesen Sie hier.

Warum unterscheidet sich der Nährstoffbedarf von Frauen?

Aus vier Gründen: monatlicher Blutverlust, Schwangerschaft und Stillzeit, die Hormonumstellung um die Menopause und eine mit dem Alter nachlassende Aufnahme einzelner Nährstoffe. Der Blutverlust erklärt, warum der Referenzwert für Eisen auf Etiketten mit 14 mg pro Tag am weiblichen Bedarf ausgerichtet ist. Weltweit ist Eisenmangel der häufigste Nährstoffmangel überhaupt, und Schwangere gehören zur Gruppe mit dem höchsten Risiko (Bailey 2015).

Die Hormonumstellung verschiebt den Blick später von Eisen zu Calcium und Vitamin D, weil der Knochen nach der Menopause weniger gut gehalten wird. Und mit etwa 60 Jahren setzt der Magen Vitamin B12 aus Lebensmitteln schlechter frei. Jede dieser Phasen hat also einen eigenen Schwerpunkt, und keine Tablette deckt alle vier zugleich sinnvoll ab.

Welche Nährstoffe zählen vor der Menopause?

Eisen und Folat, dazu Vitamin D wie in jeder Lebensphase. Eisen trägt zu einem normalen Sauerstofftransport im Körper und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Wer wenig Fleisch isst, nimmt Eisen vor allem aus pflanzlichen Quellen auf, und dort hilft eine Angabe aus dem EU-Register ganz praktisch weiter: Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme. Ein Glas Orangensaft zum Linsengericht ist deshalb mehr als Geschmack.

Calcium wirkt in die Gegenrichtung. In einem Versuch mit 61 Freiwilligen senkten Calciumcitrat und Calciumphosphat (600 mg Calcium) die Aufnahme eines Eisenpräparats um 49 % und 62 %, und zu einer Mahlzeit hemmten alle geprüften Calciumformen die Eisenaufnahme (Cook 1991). Eisen und Calcium nehmen Sie also besser zu verschiedenen Tageszeiten ein. Für Folat gilt bei Kinderwunsch eine nach Artikel 14 der Verordnung (EG) 1924/2006 zugelassene Angabe: Die ergänzende Aufnahme von Folsäure erhöht den Folatspiegel bei Müttern. Ein niedriger Folatspiegel bei Müttern ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Neuralrohrdefekten beim heranwachsenden Fötus. Grundlage sind fünf randomisierte Studien mit 7391 Frauen (De-Regil 2015), üblich sind 400 µg Folsäure täglich ab mindestens einem Monat vor der Empfängnis.

Mutter und Tochter beim Frühstück mit Joghurt, Beeren und Vollkornbrot: die wichtigsten Vitamine für Frauen vom Teller
Zwei Generationen, zwei Schwerpunkte: Folat und Eisen auf der einen Seite, Calcium und Vitamin B12 auf der anderen.

Die wichtigsten Vitamine für Frauen in der Tabelle

Die Referenzwerte (NRV) stammen aus der Verordnung (EU) 1169/2011, die Angaben in der letzten Spalte sind wörtlich dem EU-Register zugelassener gesundheitsbezogener Angaben entnommen. Beides gilt in Deutschland und Österreich gleich.

NährstoffWann besonders im BlickReferenzwert NRVZugelassene Angabe (EFSA)
FolatKinderwunsch, Schwangerschaft200 µgträgt zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft bei
Eisenbis zur Menopause14 mgträgt zur normalen Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin bei
Vitamin Djede Lebensphase, Oktober bis März5 µgträgt zur Erhaltung normaler Knochen bei
Magnesiumab 40, bei Sport und Belastung375 mgträgt zu einer normalen Muskelfunktion bei
Calciumab 50800 mgwird für die Erhaltung normaler Knochen benötigt
Vitamin B12ab 50, bei pflanzlicher Kost2,5 µgträgt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei
JodSchwangerschaft, Stillzeit150 µgträgt zu einer normalen Produktion von Schilddrüsenhormonen bei

Was ändert sich bei den wichtigen Vitaminen für Frauen ab 40?

Vitamin D und Magnesium rücken nach vorn, Eisen bleibt bis zur Menopause Thema. In der bundesweiten Untersuchung DEGS1 lagen 61,6 % der Erwachsenen unter 50 nmol/l 25(OH)D, und bei Frauen war ein höheres Alter unabhängig mit niedrigeren Werten verbunden (n = 6995, Rabenberg 2015). Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium bei, deshalb gehören beide ab 40 zusammen gedacht.

Magnesium wird in dieser Phase oft unterschätzt. In den USA nahmen 48 % der Bevölkerung weniger Magnesium aus Lebensmitteln auf als benötigt (Erhebung 2005 bis 2006, Rosanoff 2012), und die deutschen Verzehrsmuster mit wenig Vollkorn, Nüssen und Hülsenfrüchten sehen ähnlich aus. Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung und zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Frauen 300 mg pro Tag, aus Nahrungsergänzungsmitteln sollten laut EFSA nicht mehr als 250 mg zusätzlich kommen.

Welche Vitamine sind für Frauen ab 50 wichtig?

Calcium, Vitamin D und Vitamin B12, während der Eisenbedarf nach der Menopause sinkt. Calcium wird für die Erhaltung normaler Knochen benötigt, Vitamin K trägt ebenfalls zur Erhaltung normaler Knochen bei. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen 1000 mg Calcium pro Tag, der Etikettenwert liegt bei 800 mg. Drei Portionen Milchprodukte oder calciumreiches Mineralwasser decken das meist ab, ein Präparat ist dann nur für den Rest gedacht.

Vitamin B12 ist die leise Lücke dieser Jahre. In großen Erhebungen aus den USA und Großbritannien hatten rund 6 % der über 60-Jährigen einen Mangel und etwa 20 % einen grenzwertigen Status, meist weil der Magen das an Eiweiß gebundene Vitamin schlechter freisetzt (Allen 2009). Aus einem Nahrungsergänzungsmittel wird Vitamin B12 ohne diese Bindung aufgenommen, deshalb reicht eine kleine, regelmäßige Menge. Vitamin B12 trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems und zur normalen Bildung roter Blutkörperchen bei.

Wie finden Sie Ihre persönliche Auswahl?

Über Lebensphase und Speiseplan zusammen, nicht über eine Liste für alle Frauen. Dass eine persönliche Empfehlung den Alltag wirklich verändert, hat der europäische Versuch Food4Me gezeigt: Teilnehmer mit personalisierter Ernährungsberatung aßen nach sechs Monaten 5,48 g weniger rotes Fleisch und 0,65 g weniger Salz pro Tag als die Kontrollgruppe (n = 1269, Celis-Morales 2017).

Wenn Sie wissen möchten, welche die wichtigsten Vitamine für Frauen in Ihrer Situation sind, beantworten Sie im Test von Sanazia Fragen zu Ernährung, Alter und Alltag. Der Test ist ein Fragebogen, keine Blut- oder Laboruntersuchung, und er ersetzt keine ärztliche Abklärung. Den Gesamtüberblick über alle Nährstoffe finden Sie im Beitrag Welche Vitamine brauche ich?, die zugelassenen Formulierungen im EU-Register der gesundheitsbezogenen Angaben. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei dauerhafter Einnahme von Arzneimitteln besprechen Sie jede Ergänzung bitte vorher in Ihrer Apotheke oder Praxis.

Häufig gestellte Fragen

Brauchen Frauen nach der Menopause noch Eisen als Nahrungsergänzungsmittel?

Meist nicht. Mit dem Ende des monatlichen Blutverlusts sinkt der Bedarf deutlich. Eisen ohne gemessenen Anlass zu ergänzen bringt nichts, weil der Körper Überschüsse nur schlecht wieder loswird. Lassen Sie den Wert vorher in der Praxis bestimmen.

Kann ich Eisen und Calcium gleichzeitig einnehmen?

Besser nicht. Calcium senkt die Aufnahme von Eisen aus Präparaten und Mahlzeiten messbar. Nehmen Sie Eisen morgens mit etwas Vitamin C und Calcium abends oder zu einer anderen Mahlzeit.

Wie lange vor einer Schwangerschaft sollte man mit Folsäure beginnen?

Mindestens einen Monat vor der Empfängnis mit 400 µg täglich, und dann bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels weiter. Da viele Schwangerschaften ungeplant sind, beginnen Frauen mit Kinderwunsch am besten sofort.

Welche Rolle spielt Vitamin B6 für Frauen?

Vitamin B6 trägt zur Regulierung der Hormontätigkeit bei. Der Referenzwert liegt bei 1,4 mg pro Tag, die EFSA hat 2023 eine Höchstmenge von 12 mg täglich festgelegt. Hoch dosierte Präparate sind deshalb nicht sinnvoll.

Ist ein Multivitamin für Frauen besser als einzelne Präparate?

Ein Kombipräparat deckt viele Nährstoffe in kleinen Mengen ab. Wenn Sie gezielt Folat, Eisen oder Vitamin D brauchen, passt ein einzelnes Präparat in der richtigen Dosis besser und Sie nehmen nichts Überflüssiges mit.

Gelten diese Werte auch für Frauen in Österreich?

Ja. Die Referenzwerte auf Etiketten stammen aus der Verordnung (EU) 1169/2011, die zugelassenen Angaben aus dem EU-Register und die Höchstmengen von der EFSA. Alle drei gelten in Deutschland und Österreich gleichermaßen.

Stellen Sie Ihre Nahrungsergänzung individuell zusammen

Ein kurzer Test nach Alter, Ernährung und Alltag. Das Paket kommt in Tagesbeuteln.

Kostenlosen Test starten

Möchten Sie unsere Artikel bei Google häufiger sehen? Fügen Sie Sanazia zu Ihren bevorzugten Quellen hinzu.

Als bevorzugte Quelle bei Google hinzufügen