Inhalt
- Was ist ein Vitamin Mangel Test online?
- Wie genau ist ein Fragebogen zur Nährstoffaufnahme?
- Welche Nährstoffe sind in Deutschland am häufigsten knapp?
- So lesen Sie Ihr Ergebnis richtig
- Wann ist der Gang zur Ärztin oder zum Arzt sinnvoll?
- Was bringt eine persönliche Empfehlung im Alltag?
- Häufig gestellte Fragen
Ein Vitamin Mangel Test online ist ein Fragebogen zu Ihrer Ernährung und zu Ihrem Alltag, kein Labortest. Sie beantworten, was Sie in einer typischen Woche essen und trinken, wie oft Sie sich bewegen, wie viel Zeit Sie im Freien verbringen und ob Sie sich vegetarisch oder vegan ernähren. Aus diesen Angaben entsteht eine Einschätzung, bei welchen Nährstoffen Ihre Zufuhr eher knapp ausfällt. Das Ergebnis ist eine Orientierung für Einkauf und Speiseplan, es ist keine Diagnose und ersetzt keine Messung im Blut.
Was ist ein Vitamin Mangel Test online?
Es ist ein strukturierter Fragebogen zur Ernährung, der Ihre geschätzte Zufuhr mit Referenzwerten vergleicht. In der Forschung heißt dieses Werkzeug Verzehrshäufigkeitsfragebogen. Er misst keine Blutwerte, sondern rechnet Portionen und Häufigkeiten in Nährstoffmengen um. Genau so lief die europäische Studie Food4Me: Erhebung und Beratung fanden vollständig über das Internet statt, 1269 Teilnehmende schlossen die sechs Monate ab (Celis-Morales 2017, PubMed).
Ein brauchbarer Fragebogen fragt nach drei Dingen. Erstens nach Lebensmitteln und Portionen, zweitens nach dem Lebensstil (Bewegung, Zeit im Freien, Schlaf, Alkohol), drittens nach der Lebensphase (Alter, Schwangerschaft, Stillzeit, Wechseljahre). Erst diese Kombination erklärt, warum zwei Menschen mit demselben Einkaufskorb unterschiedliche Lücken haben. Wer den Winter über drinnen arbeitet, hat bei Vitamin D eine andere Ausgangslage als jemand, der täglich draußen unterwegs ist.
Wie genau ist ein Fragebogen zur Nährstoffaufnahme?
Genau genug für eine Rangfolge, zu grob für einen Messwert. Der Online Fragebogen der Food4Me Studie wurde gegen ein Wiegeprotokoll über vier Tage geprüft. Bei Wiederholung lagen die Korrelationen zwischen 0,65 und 0,90 (n = 100), im Vergleich mit dem Wiegeprotokoll zwischen 0,23 (Vitamin D) und 0,65 (Protein, Anteil an der Energie) bei n = 49 (Fallaize 2014, PubMed).
Praktisch heißt das: Der Fragebogen zeigt verlässlich, ob Sie bei einem Nährstoff eher am unteren oder am oberen Ende liegen. Er liefert aber keine Zahl, die man mit einem Laborbefund verwechseln darf. Für Vitamin D war die Übereinstimmung am schwächsten, und das ist plausibel, denn der Vitamin D Status hängt stark vom Sonnenlicht ab und nicht nur vom Essen.
Was ein Fragebogen ebenfalls nicht sieht, sind Aufnahme und Verwertung im Körper. Wie viel von einem Nährstoff am Ende tatsächlich ankommt, hängt auch von der Verdauung, von Medikamenten und von Ihren Anlagen ab. Diese Fragen klärt keine Online Auswertung, sondern ein Gespräch in der Praxis mit passenden Untersuchungen.

Welche Nährstoffe sind in Deutschland am häufigsten knapp?
Vitamin D fällt deutlich heraus, bei den Mineralstoffen trifft es einzelne Altersgruppen. Eine Auswertung nationaler Ernährungserhebungen aus acht europäischen Ländern, darunter Deutschland, kommt zu dem Schluss: außer bei Vitamin D führt die Zufuhr von Vitaminen aus Lebensmitteln in allen Alters und Geschlechtsgruppen nur zu einem geringen Risiko niedriger Zufuhr (Mensink 2013, PubMed). Bei Mineralstoffen tritt dieses Risiko häufiger in bestimmten Altersgruppen auf.
Wie der gemessene Status aussieht, zeigt die Untersuchung DEGS1 des Robert Koch Instituts. Bei 6995 Erwachsenen in Deutschland lag der mittlere Serumwert von 25(OH)D bei 45,6 nmol/l, 61,6 % lagen unter 50 nmol/l und 30,2 % unter 30 nmol/l (Rabenberg 2015, PubMed). Im Winter hatte ein Viertel der Untersuchten Werte unter 30 nmol/l. Ein Fragebogen kann solche Messungen nicht ersetzen, er zeigt Ihnen aber, ob Sie zu der Gruppe gehören, bei der ein Gespräch in der Praxis naheliegt.
| Befund | Zahl | Quelle |
|---|---|---|
| Erwachsene in Deutschland mit 25(OH)D unter 50 nmol/l | 61,6 % (n = 6995) | Rabenberg 2015 |
| Davon unter 30 nmol/l | 30,2 % | Rabenberg 2015 |
| Mittlerer Serumwert 25(OH)D in Deutschland | 45,6 nmol/l | Rabenberg 2015 |
| Risiko für mindestens einen Vitaminmangel oder eine Anämie (USA) | 31 % (n = 15030) | Bird 2017 |
| Dasselbe Risiko ohne Nahrungsergänzung, mit Multivitamin | 40 %, 14 % | Bird 2017 |
| Wiederholbarkeit des Online Fragebogens | r = 0,65 bis 0,90 (n = 100) | Fallaize 2014 |
| Übereinstimmung mit dem Wiegeprotokoll | r = 0,23 bis 0,65 (n = 49) | Fallaize 2014 |
So lesen Sie Ihr Ergebnis richtig
Lesen Sie das Ergebnis als Rangfolge, nicht als Befund. Oben stehen die Nährstoffe, bei denen Ihre Angaben am deutlichsten unter dem Referenzwert liegen. Gehen Sie danach in drei Schritten vor. Erstens Lebensmittel: zwei Portionen Fisch pro Woche, Hülsenfrüchte, Nüsse, grünes Gemüse und Milchprodukte verschieben die Bilanz oft schon sichtbar. Zweitens gezielt ergänzen, wenn eine Lücke bleibt. In der Auswertung von Bird 2017 hatten 31 % der Bevölkerung ein Risiko für mindestens einen Vitaminmangel oder eine Anämie (n = 15030). Ohne Nahrungsergänzung waren es 40 %, bei Anwendern eines Multivitaminpräparats mit vollem Spektrum 14 %, bei ausreichender Ernährung 16 % und bei unzureichender Ernährung 57 % (PubMed). Drittens den Zeitpunkt festhalten und nach einigen Monaten erneut antworten, weil Jahreszeit, Sport und Arbeitsalltag Ihre Zufuhr verschieben.
Wann ist der Gang zur Ärztin oder zum Arzt sinnvoll?
Immer dann, wenn Beschwerden bleiben oder wenn Ihre Situation besonders ist. Ein Fragebogen schätzt die Zufuhr, er stellt keine Diagnose und misst nichts im Blut. Bei anhaltender Müdigkeit, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei chronischen Erkrankungen, bei dauerhafter Einnahme von Medikamenten oder bei streng veganer Ernährung gehört die Bewertung in fachliche Hände. Nur dort werden Blutwerte bestimmt und eingeordnet, so wie in der Untersuchung DEGS1.
Halten Sie die empfohlene Tagesdosis ein und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über alle Präparate, die Sie nehmen. Das gilt besonders dann, wenn Sie mehrere Produkte gleichzeitig verwenden.
Was bringt eine persönliche Empfehlung im Alltag?
Sie verändert das Verhalten stärker als ein allgemeiner Ratschlag. In Food4Me führte die personalisierte Beratung über das Internet nach sechs Monaten zu größeren und passenderen Änderungen im Essverhalten als die konventionelle Beratung, unter anderem zu weniger rotem Fleisch, weniger Salz, weniger gesättigten Fettsäuren und mehr Folat. Zusätzliche Angaben zu Phänotyp oder Genotyp verbesserten das Ergebnis nicht (Celis-Morales 2017). Auch die Annäherung an eine mediterrane Ernährung fiel in den personalisierten Gruppen stärker aus (Livingstone 2016, PubMed).
Bei uns heißt personalisiert: Sie füllen den Fragebogen aus und erhalten eine Zusammenstellung, die zu Ihren Angaben passt. Wichtig bleibt die Reihenfolge, zuerst der Blick auf den Teller und erst danach die gezielte Ergänzung einzelner Nährstoffe. Starten können Sie mit dem Vitamin Mangel Test online.
Für einzelne Nährstoffe sind in der EU nur bestimmte Aussagen zugelassen, und zwar im genauen Wortlaut: „Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“, „Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei“, „Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei“ und „Eisen trägt zu einem normalen Sauerstofftransport im Körper bei“. Nachlesen können Sie diese Formulierungen im EU Register der zugelassenen Angaben. Ein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt keine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und keine gesunde Lebensweise. Welcher Nährstoff wofür zuständig ist, lesen Sie im Überblick welche Vitamine brauche ich.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich für einen Online Fragebogen vorher Blutwerte?
Nein. Der Fragebogen fragt nach Lebensmitteln, Portionen und Ihrem Alltag und schätzt daraus die Zufuhr. Blutwerte werden in der Arztpraxis bestimmt und dort auch eingeordnet.
Was unterscheidet einen Fragebogen von einer Laboranalyse?
Der Fragebogen schätzt, wie viel von einem Nährstoff bei Ihnen ankommt. Eine Laboranalyse misst, wie viel davon im Blut ist. Beide Wege beantworten unterschiedliche Fragen und schließen sich nicht aus.
Wie oft sollte ich meine Angaben aktualisieren?
Sinnvoll ist es, nach deutlichen Änderungen erneut zu antworten: neue Ernährungsweise, mehr oder weniger Sport, Umzug, Schwangerschaft oder der Wechsel von Sommer auf Winter.
Ersetzen Nahrungsergänzungsmittel eine ausgewogene Ernährung?
Nein. Ein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt keine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und keine gesunde Lebensweise. Es füllt nur eine Lücke, die über das Essen offen bleibt.
Welche Angaben sollte ich bereithalten?
Am besten eine typische Woche im Kopf haben: Mahlzeiten und Getränke, Fisch und Fleisch, Milchprodukte, Obst und Gemüse, Bewegung, Zeit im Freien sowie besondere Ernährungsformen.
Ist das Ergebnis eines Online Tests eine Diagnose?
Nein, es ist eine Orientierung für Ihre Ernährung und Ihren Einkauf. Eine Diagnose stellt ausschließlich medizinisches Fachpersonal, und zwar auf Grundlage von Untersuchung und Messwerten.
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